Brasilien etabliert neue Strategie zur Stärkung der Produktion kritischer Mineralien

Einführung einer nationalen Politik für kritische und strategische Mineralien

Am 16. September hat der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ein neues Gesetz unterzeichnet, das die Nationale Politik für kritische und strategische Mineralien etabliert. Ziel der Gesetzgebung ist es, die Erforschung, Förderung und Verarbeitung dieser essenziellen Rohstoffe zu intensivieren und Brasilien als wichtigen Akteur in globalen Lieferketten zu positionieren. Die Politik sieht Investitionen von bis zu sieben Milliarden brasilianischen Real vor, die vor allem durch Fördermaßnahmen für Projekte in der Verarbeitung und Transformation der Mineralien bereitgestellt werden sollen.

Langfristige Investitionssicherheit als Schlüsselfaktor

Die Bergbauindustrie zeichnet sich durch kapitalintensive Investitionen und lange Produktionszyklen aus, die sich häufig über Jahrzehnte erstrecken. Pablo Cesário vom Instituto Brasileiro de Mineração betont daher die Bedeutung von Vorhersehbarkeit und fiskalischer Stabilität, um nachhaltige Investitionen anzuziehen. Die neue Gesetzgebung schafft mit dem Fundo Garantidor da Atividade Mineral (FGAM) einen Sicherungsfonds, der mit zwei Milliarden Real von der Bundesregierung ausgestattet wird und auf bis zu fünf Milliarden Real anwachsen kann. Dieser Fonds dient der Absicherung von prioritären Projekten im Bereich kritischer Mineralien.

Förderung von Forschung und technologischer Unabhängigkeit

Der brasilianische Minister für Bergbau und Energie, Alexandre Silveira, unterstrich die Bedeutung der Gesetzesinitiative für die umfassende Erkundung der nationalen Rohstoffvorkommen. Der Etat des Serviço Geológico do Brasil wird signifikant von acht auf 300 Millionen Real erhöht, um die geologische Forschung zu intensivieren und das Verständnis der Bodenschätze zu vertiefen. Präsident Lula rief zudem Bildungseinrichtungen dazu auf, neue Studiengänge zu entwickeln, um qualifizierte Fachkräfte für den expandierenden Markt auszubilden und die technologische Souveränität Brasiliens zu stärken.

Strategische Bedeutung und Souveränität

Mit der Verabschiedung des Gesetzes wurde auch ein Nationaler Rat für die Industrialisierung kritischer und strategischer Mineralien ins Leben gerufen. Dieser Rat ist verantwortlich für die Koordination, Planung und Überwachung der nationalen Politik und soll politische Maßnahmen zur Entwicklung der Wertschöpfungsketten vorschlagen. Präsident Lula betonte die Notwendigkeit, die Rohstoffressourcen nicht mehr zu günstigen Konditionen ins Ausland zu verkaufen, wie es in der Vergangenheit mit Eisenerz geschehen sei. Die Kontrolle über die eigenen Ressourcen sei ein Ausdruck nationaler Souveränität und diene der langfristigen wirtschaftlichen Stabilität des Landes.

Globale Relevanz kritischer Mineralien

Kritische Mineralien und Seltene Erden sind unverzichtbare Komponenten für Schlüsselindustrien wie Technologie, Automobilbau, Verteidigung und die Energiewende. Ihre Versorgung ist aufgrund geografischer Konzentration, geopolitischer Unsicherheiten und technischer Herausforderungen oft risikobehaftet. Brasilien verfügt mit rund 21 Millionen Tonnen über die zweitgrößten bekannten Reserven an Seltenen Erden weltweit, nach China. Allerdings sind bislang erst etwa 25 Prozent des brasilianischen Territoriums geologisch kartiert, was auf ein erhebliches unerschlossenes Potenzial hinweist. Die Klassifizierung der Mineralien als kritisch oder strategisch ist dynamisch und hängt von technologischen Entwicklungen sowie geopolitischen Veränderungen ab.


Quelle:
Agência Brasil

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